1.4.14 - Herzschlagfinale um den Klassenerhalt

Bewertung:  / 2

Der Abstiegskampf, hart, umkämpft, bedrohlich, ein Sturz in die Tiefe - zumindest für eine Mannschaft der vierten Staffel der 1. Kreisklasse Herren. Mittendrin: Wir, die fünfte Herrenmannschaft! Vor dem alles entscheidenden Spiel standen vier Mannschaften mit dem Rücken zum Klassenerhalt. Der SC Langenhagen V, wir (SV Arminia Hannover V), MTV Groß-Buchholz III und der OSV Hannover II. Vor unserem letzten Spiel, in dem es um alles oder nichts ging, hatte sich der Kreis der vom Abstieg bedrohten Kandidaten auf zwei dezimiert. Da waren zum Einen die Spieler vom OSV und zum Anderen waren da noch die Blauhemden, man munkelt, dass wir das sein könnten. Wie es das Schicksal so will, treffen beide Krisenmannschaften im letzten Spiel direkt aufeinander und kämpfen um den Klassenerhalt.

Vor dem Duell stand für uns fest, wenn wir das Spiel verlieren, ist der Abstieg besiegelt. Gelingt uns aber mindestens ein Unentschieden, so sind wir gerettet. Zum Ende der Saison scheinen die Abstiegssorgen bei so manchem Spieler aus der fünften Herrenmannschaft die Lebensgeister geweckt zu haben. Hätten wir alle zur Verfügung stehenden Akteure im Spiel eingesetzt, so hätten wir mit zwölf Spielern antreten können. Da wir aber nicht über einen Kader aus sechs Doppel-Spezialisten und sechs Einzel-Assen verfügen, wurde die Zahl der Spieler auf sieben beschränkt und einige der Zelluloidartisten schon vorzeitig in den Sommerurlaub geschickt. Die sieben verbleibenden, die sich als Helden des Klassenerhalts feiern lassen dürfen, sind Daniel Tibbe, Marc Bellmann, Sigurd Labudda, Kilian Steffen, Hendrik Bartels, Fabian Bölter und Hans-Joachim Niederlag. Verschwörungstheoretiker vermuten hinter der Zahl sieben einen Geniestreich der sportlichen Leitung. Man glaubt wohl, dass es einer Zahl von sieben Helden zur Vollbringung eines Wunders bedarf. Auch die Gäste scheinen der Zahlenmythologie anhänglich geworden zu sein oder auf ein Wunder zu hoffen, denn sie stellten sich ebenfalls mit sieben Spielern vor.Nach der Begrüßung kann es endlich losgehen: Let´s get ready to rumble!!!!!

Das erste Spiel des Abends bestreiten Daniel und Marc gegen Daske/Wiederhold. Unser Top-Doppel lässt gegen die Gäste nichts anbrennen und siegt nach drei Sätzen souverän. 1:0 - die Führung ist da! Es beginnt vielversprechend.

Siggi und Fabi spielen im Anschluss gegen Adler/Dittert. Der erste Satz geht an das Doppel der Heimmannschaft. Dann können die Herren des OSV aber das Spiel drehen und zu ihren Gunsten entscheiden. Nach vier Sätzen ist Schluss. Es steht 1:1, die Gäste kommen zurück. Der Ausgleich ist gefallen.

Unser Doppel drei, Kili und Henne, drehen im ersten Satz gegen Kühnel/Brunke richtig auf. Nach fulminantem Beginn drücken die Gäste der Partie aber ihren Stempel auf und profitieren von der Fehleranfälligkeit der Ariminen. Das System der Gastgeber geht nicht mehr auf und mussten die beiden Blauhemden dem Gegner nach dem vierten Satz gratulieren. Neuer Spielstand: Aminia 1 - 2 OSV. Guter Start, schlecht weitergespielt.

Daniel findet gegen Adler im ersten Satz nicht in die Begegnung. Dann kommt er aber immer besser in Fahrt und geht nach dem dritten Satz sogar mit zwei zu eins Sätzen in Führung. Dann wacht Adler aber wieder aus seiner Schockstarre auf und übernimmt erneut das Kommando im Spielgeschehen. Die nächsten beiden Sätze kann der Gast gewinnen und so geht auch das Spiel an den OSV. Der neue Spielstand lautet 1:3. Wir werden doch wohl nicht absteigen wollen! Auf gehts Marc du musst uns im Spiel halten!

Und genau das tut der Neuzugang aus Hameln auch. Wie man es von ihm aus den letzten Spielen kennt, tut er sich in jedem Satz schwer, kann aber immer die entscheidenden Punkte einfahren. Drei Sätze lang bangen die Zuschauer im knappen Duell um jeden einzelnen Punkt. Marc verwandelt im dritten Satz seinen Matchball und verkürzt im Spielstand auf 2:3. Damit hast du uns im Spiel gehalten. Danke Marc auf dich ist immer Verlass.

Spiel Nummer sechs war das Duell von Tod gegen Verderben. Zwei Materialspieler fechten den ewigen Kampf um den Titel des größten Übels aus. Die Noppe von Siggi gewinnt den ersten Satz. Dann sticht aber die Noppe von Mader in Satz zwei. Der dritte Satz ist ganz eng und geht in der Verlängerung an den Mann vom OSV. Sichtlich verwirrt kann Sigi im vierten Satz nicht mehr viel gegen die unorthodox fliegenden Bälle vom Marders Noppe ausrichten und so muss er gratulieren gehen. Wir haben schon wieder zwei Punkt Rückstand, 2:4. Erneut muss der nächste Einzelakteur uns ins Spiel zurückbringen.

Die Bürde das Spiel offen zu halten muss diesmal Kilian tragen. Gegen Dittert geht er über die volle Distanz. Im ersten Satz hat er keine Probleme mit seinem Kontrahenten. Der zweite Satz geht leider knapp an den Gast vom OSV. Der dritte Satz geht in die Verlängerung. Hier kann Kilian die nötigen zwei Punkte Vorsprung erspielen und erneut in Führung gehen. Satz vier endet erneu in der Verlängerung, aber diesmal zu Gunsten des Gegners. Man geht in den Entscheidungssatz. In der Verlängerung trennt man sich und Kilian ist obenauf. 3:4 - alles ist wieder offen.

Der Fabi scheint offenbar das Risiko in spannenden und engen Sätzen zu lieben. Kühnel machte ihm das Leben im ersten Satz sichtlich schwer, sodass man in die Verlängerung gehen musste. Fabi zieht hier aber die Zügel an und gewinnt den ersten Satz und den zweiten gleich hinterher. Im dritten Satz hat Kühnel wieder ins Spiel zurückgefunden. Schon wieder Verlängerung. Fabi forciert erneut das Tempo und kann erneut gewinnen. Das Spiel und der Punkt gehen an Arminia. Der Ausgleich wird notiert. Es steht 4:4.

Wer geht jetzt in Führung? Achim will die Führung erzielen, Wiederhold das verhindern. Satz eins geht ganz klar an Den Gast. Dann wird das Gefecht wieder ausgeglichener. Man dehnt den Satz wieder über elf Punk aus, der Akteur im schwarzen Dress gewinnt in der Verlängerung. Angefressen gewinnt Achim den dritten Satz und zeigt dem Publikum, dass er es noch will. Aber wie es schon zuvor so manch anderem Spieler ergangen ist, kann Achim nicht mit dem verschärften Tempo seines Kontrahenten mithalten. 4:5 - der OSV geht schon wieder in Führung. Jungs passt auf, dass ihr nicht wieder ins Hintertreffen geratet!

Einzelrunde zwei steht an! Daniel spielt gegen den Leader der Gäste. Daniels Startschwierigkeiten kennen die Fans aus dem ersten Spiel und so ist es keine große Überraschung, dass der erste Satz mal wieder an den OSV geht. Aber Daniel wäre nicht Daniel, wenn er nicht immer wieder für eine Überraschung gut wäre. Im ersten Satz gut geträumt, ist er im zweiten Satz schon wieder Hellwach und legt los. Mit jedem Ball hat der Gegner weniger zu melden. Daniel spielt sich in einen Rausch und punktet für uns. Der Ausgleich. Wieder dran! Alles ist gut, es steht 5:5.

Gegen Adler legt Marc los wie die Feuerwehr, und ist nach dem zweiten Satz auch mindestens genau so rot im Gesicht wie die schicken Flitzer. Aber der Gegner ist ja auch noch da. Und er ist nicht nur am Tisch präsent, er wehr sich zu allem Überfluss auch noch. Den ersten Satz noch klar gewonnen, wird der zweite Satz zur Müke, kann aber trotzdem noch gewonnen werden. Immer und immer stärker wird der Gegner. Marc hat zwei Sätze lang nicht mehr viel zum Spiel beizutragen. Aber auch Marc findet wieder zurück und wird im Spiel auch wieder aktiver. Langer Rede gar keinen Sinn: Marc kommt zurück und schießt uns in Führung und stößt die Tür in Richtung Klassenerhalt wieder ein Stückchen weiter auf.

Siggi liebt knappe Sätze. Das steht zumindest fest, glaubt die sportliche Leitung nach seinem Einzel gegen Dittert. Drei Sätze knapp und ausgeglichen, der letzte Satz etwas weniger knapp. Der schlaue Leser weiß nun, dass es sich bei dem geschilderten Sachverhalt und ein Spiel handeln muss, welches in vier Sätzen entschieden worden ist. Gut kombiniert Watson. Vier Sätze, von denen der Gast drei und Siggi einen gewinnen konnte. Der Sieg für Dittert wird zähneknirschend von Paul Jahnke auf dem Spielformular notiert und der neue Spielstand, schon wieder Ausgleich - 6:6, mit gemischten Gefühlen Zur Kenntniss genommen.

Kilian wird in diesem Spiel um eine Erfahrung reicher werden, und zwar, dass man auch gegen lange Noppen ein Mittel finden muss um zu punkten. Wechselseitig gewinnen Kilian und Mader die Sätze. Den Anfang macht der Gast. In der Verlängerung siegt die Noppe. Dann findet Kilian aber wieder zu sich und kann das Störspiel der Noppe im Keim ersticken. Das Spielverhalten ein Wenig geändert und schon geht der nächste Satz erneut an Mader. Kilian braucht Zeit um sich an das seltsame Verhalten des Balles zu gewöhnen, aber im vierten Satz ist Kili wieder voll da und zwingt seinen Gegner in den fünften und alles entscheidenden Satz. Man geht in die Verlängerung und einigt sich darauf, dass der Punkt nach zehn zu zwölf dem OSV gehören soll. Wir liegen zurück, aber wir sind ja schon oft genug wieder rangekommen. Es steht 6:7.

Fabi macht es nicht so spannend wie im ersten Einzel. Drei Sätze genügen ihm, um Wiederhold die Grenzen aufzuzeigen. Die Führung des OSV ist schnell wieder passé. Wir gleichen aus und es steht 7:7. Ein spannendes Duell neigt sich dem Ende und alles ist möglich. Werden wir absteigen oder können wir den Kopf gerade noch so aus der Schlinge ziehen?

Was kann Achim nach seiner Niederlage im Einzel noch ausrichten? Wie es schient einiges, aber nicht genug. Kühnel bringt zu viele Bälle zu oft zurück und gewinnt klar nach drei Sätzen gegen den stets bemühten Sechser. Es ist nicht zu glauben, die Gäste führen in der Leibniz-Arena schon wieder. Die Halle mit den gefühlten 40.000 Zuschauern bebt und spornt die Blauhemden noch einmal zu Höchstleistungen an. Das letzte Doppel muss alles richten!

Das letzte Doppel ist die Begegnung der beiden Spitzendoppel, die die Entscheidung fällen sollen. Wer gewinnt sicher seinem Team den Klassenerhalt. Der Verlierer steigt samt seiner Mannschaft in die zweite Kreisklasse. Daniel und Marc sind von Beginn an voll da und nicht darauf aus, nächste Saison in der zweiten Kreis zu spielen. Drei Sätze reichen, dann kann der Klassenerhalt gefeiert werden. Das Ergebnis das mindestens erreicht werden musste, ist erreicht. Unentschieden - 8:8. Wir stehen auf einem sicheren siebten Platz - hoppla schon wieder die sieben, was ein Zufall - und der OSV ist abgestiegen. Im späteren Interview kommentierten die sieben Helden das Geschehene mit den Worten: "Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss!" Der Klassenerhalt wird mit der kompletten Mannschaft in den nächsten Tagen ausgiebig gefeiert, bevor man sich über die Pläne und Ziele der nächsten Saison Gedanken machen wird. Die sportliche Leitung genehmigte kurz nach Spielende eine ausgiebige Feier der Asse und einen langen Sommerurlaub!

Was lange währt, werd endlich gut!

Bis zum nächsten Mal

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